Die Altersvorsorge ist in unserer Gesellschaft ein zentrales Thema, welches einen immer höheren Stellenwert bekommt. War es vor einigen Jahrzehnten noch so, dass die eigenen Kinder quasi als gute Altersvorsorge galten, so ist im Prinzip heute jeder Bürger selbst dafür zuständig, dass er im Alter in finanzieller Hinsicht ausreichende Mittel zur Verfügung hat. In Deutschland besteht das System der Altersvorsorge aus den so bezeichneten drei Säulen. Die Grundsäule ist die gesetzliche Rentenversicherung, aus der jeder vorherige Einzahler ab seinem Rentenalter die „erarbeitete“ Rente bekommen wird. Die zweite Säule ist die betriebliche Altersvorsorge, die allerdings von vielen Bürgern nach wie vor etwas vernachlässigt wird. Die dritte Säule hat in der jüngeren Vergangenheit immer mehr an Bedeutung gewonnen, nämlich die private Altersvorsorge. Diese ist deshalb immer wichtiger geworden, weil die gesetzlichen Renten nach und nach geringer werden bzw. man oftmals keine Chance mehr hat, die volle Rente zu erreichen.

Die Riester Rente als eine von zwei staatlichen Förderungen der privaten Vorsorge

Auch der deutsche Staat fördert den Aufbau einer privaten Altersvorsorge schon seit geraumer Zeit, und zwar entweder durch die Riester Rente oder durch die Basisrente, besser bekannt als Rürup-Rente. Auf die Riester-Förderung haben alle Bürger einen Anspruch, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, also in erster Linie Arbeiter und Angestellte, aber auch noch andere Personengruppen. Wer die Riester-Förderung erhalten möchte, der muss sich für einen sogenannten Riester-Vertrag entscheiden. Dabei handelt es sich um einen Sparvertrag, der als förderungsfähig angesehen wird, wie zum Beispiel eine private Rentenversicherung oder ein Fondssparplan. Die eigentliche Förderung besteht bei der Riester Rente in erster Linie aus der Grundzulage, die maximal 154 Euro im Jahr beträgt. Wer als Förderberechtigter zudem minderjährige Kinder hat, bekommt jährlich auch noch eine Kinderzulage über 300 oder 185 Euro.

Die Rürup Rente als Förderungsalternative für Selbständige

Selbständige und Freiberufler haben in der Regel keinen Anspruch auf die Riester-Förderung, da sie meistens nicht in die Rentenkasse einzahlen. Da aber auch diese Personengruppe im Aufbau ihrer Altersvorsorge staatlich gefördert werden soll, wurde vor einiger Zeit die Basisrente ins Leben gerufen. Hier gibt es keine Zulagen, wie es bei der Riester-Rente der Fall ist, sondern die Förderung besteht bei der Rürup-Rente darin, dass die Sparbeiträge, die der Sparer in jedem Jahr einzahlt, als Sonderausgaben in gewissem Umfang von der Steuer abgesetzt werden können. Aus dem Grunde lohnt sich die Rürup-Förderung vor allen Dingen für Personen mit einem relativ hohen Einkommen, die zudem eine vergleichsweise hohe Sparrate zahlen.

Die Lebensversicherung als mögliche Altersvorsorge

Wenn von der Lebensversicherung als eine mögliche Form der privaten Altersvorsorge gesprochen wird, dann ist damit natürlich nur die Kapitallebensversicherung gemeint. In der letzten Zeit hat die Kapitallebensversicherung allerdings an Beliebtheit verloren, was die Nutzung als privates Vorsorgemittel angeht. Ein Grund dafür ist möglicherweise auch, dass es sich bei der LV nicht um ein riesterfähiges Produkt handelt. Aber auch die in den vergangenen Jahren deutlich gesunkenen Renditen werden häufig kritisiert. Dennoch kann die Kapitallebensversicherung nach wie vor für einige Personen die ideale Altersvorsorge darstellen. Das ist vorrangig dann der Fall, wenn einerseits die Familie finanziell abgesichert werden soll und andererseits sicher und regelmäßig gespart werden soll

Investmentsfonds als äußerst flexible Alternative

Die wohl flexibelste Form der privaten Altersvorsorge ist es, in einen Fondssparplan einzuzahlen. Der Fondssparplan ist vom Grundsatz her förderfähig, wenn man sich für bestimmte Riester-Fonds entscheidet. Der Vorteil des Fondssparplans ist vor allem seine hohe Flexibilität, denn im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung und zur privaten Rentenversicherung können zum Beispiel die monatlichen Sparraten jederzeit verändert werden. Zudem kann man jederzeit von dem einen in den anderen Fonds „umschichten“, sodass man flexibel auf Geschehnisse an den Finanzmärkten reagieren kann. Die durchschnittliche Rendite spricht auch für die Fonds, genauer gesagt für Aktienfonds. Denn die Rendite der Aktienfonds ist im langjährigen Vergleich mit LV, privater Rentenversicherung und Banksparplan am besten.

Die private Rentenversicherung als klassische Form der Altersvorsorge

Die private Rentenversicherung ist die klassische Form der Altersvorsorge, wenn es in den Bereich der Sparverträge geht. Sie gilt einerseits als relativ sicher und zum anderen ist auch die Rendite durchaus annehmbar. Vor allem gegenüber der Kapitallebensversicherung kann sich die private Rentenversicherung in der Regel klar durchsetzen, wenn es um den Aufbau einer privaten Vorsorge geht. Denn einerseits ist die Rendite bei der privaten RV aufgrund des nicht vorhandenen Risikoanteils meistens höher, und zum anderen ist die private Rentenversicherung auch im Zuge der Riester- oder Rürup-Förderung nutzbar.